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Verödung / Schaumverödung

Standard bei kleineren Krampfadern/Seitenastvarikosis.

Verödung

Die Verödung von Krampfadern ist eine Methode, dies bereits seit vielen Jahren praktiziert wird. Durch unterschiedliche Verbesserungen ist die Verödungstherapie oder auch Sklerosierung auch heute noch als Goldstandard in der Behandlung insbesondere kleinerer Krampfadern zu betrachten.

Mit Hilfe einer sehr feinen Kanüle oder eines Schlauchsystems wird ein flüssiges Verödungsmittel (Äthoxysklerol) in unterschiedlicher Konzentration in die erkrankte, erweitere Vene eingespritzt. Dies führt zunächst zu einer Entzündungsreaktion der Venenwand und dadurch bedingt zum Verschluss der Vene, die nach einiger Zeit der Rückbildung nicht mehr sichtbar ist.

Die medizinische Verödung erfolgt nach Vorpunktion der erkrankten Vene beim stehenden Patienten auf der phlebologischen Kippliege, das Verödungsmittel wird dann erst nach Entleerung der Venen durch Kopftieflage des Patienten in die Vene eingespritzt. Durch die Entleerung der Vene vor Applikation des Verödungsmittels wird die Wirksamkeit des Verödungsmittels verstärkt und das Ergebnis der Behandlung verbessert.

Im Anschluss wird ein Kompressionsverband und Oberschenkel-kompressionsstrümpfe (KKL II) angelegt. Die Oberschenkelkompressions-strümpfe sollen zur Sicherung des Behandlungsergebnisses über einen Zeitraum von 3 Tagen (Tag und Nacht) getragen werden, im Anschluss sollte eine Kompression tagsüber noch für 6 Wochen fortgesetzt werden. Sonnenbäder sollen nach der Behandlung für mindestens 2 Wochen vermieden werden, da sonst das Auftreten von einer Braun-Verfärbung der behandelten Vene (Matting) begünstigt wird. Auch ein erhöhter Blut Eisenspiegel oder eine Zufuhr von Eisen (Tabletten) kann ein Auftreten von Matting begünstigen.

Der gesamte Umbauprozess vom Beginn der Verödungsbehandlung bis hin zur Umwandlung der Venen in Bindegewebe dauert bis zu einem Jahr. Während dieser Phase kann die behandelnde Krampfader noch als derber Strang in der Unterhaut tastbar sein. Auch eine Dunkelfärbung der Haut (Matting) ist anfangs möglich. Diese Verfärbung verschwindet im Laufe der Zeit durch Abtransport der Eisenablagerungen über das Lymphsystem von alleine.

Schaumverödung

Bei der Schaumverödung wird das flüssige Verödungsmittel in verschiedenen Konzentrationen mit Luft in einem vorgegebenen Mischungsverhältnis aufgeschäumt. Durch die Herstellung des Verödungsschaumes erreicht man eine Vergrößerung des Volumens des Verödungsmittels und auch der damit injizierbaren Menge bei gleichbleibender Dosis des Wirkstoffes.  Durch diese Vergrößerung des Volumens können unter Berücksichtigung der erlaubten Dosis auch größere Venenabschnitte erfolgreich behandelt und verschlossen werden.

Der hergestellte Schaum wird nach Vorpunktion der erkrankten Vene (ultraschallgesteuert) am stehenden Patienten auf dem phlebologischen Kipptisch über ein Schlauchsystem in die entleerte Vene (Kopftieflage) injiziert.

Der Verödungsschaum bleibt im Vergleich zum flüssigen Verödungsmittel etwas länger in den verödeten Venenabschnitten und führt damit zu einer intensiveren Entzündungsreaktion der behandelten Venenabschnitte und damit zu einem verbesserten Gefäßverschluss.

Insbesondere bei der Behandlung von Rezidivvarizen, welche nach vorausgegangener Venenoperation neu entstanden sind, zeigt diese Form der Verödung ein besseres Ergebnis, als eine reine Flüssigverödung.

Die Schaumverödung kann auch im Einzelfall zur Behandlung der Stammvarikosis eingesetzt werden, falls aus medizinischen Gründen ein anderes Verfahren nicht zum angewendet werden kann (z.B. Hämophilie).

Nach einer Schaumverödung kommt es häufiger als bei der konventionellen Verödung zu einer verstärkten lokalen Reaktion der behandelten Venenabschnitte.

Diese Reaktion zeigt sich in Form von derber Strangbildung bzw. Verhärtung im Verlauf der verödeten Venenabschnitte. Diese durch die Verödung erzeugte Entzündung der Venen (Thrombophlebitis) kann auch einige Tage bis Wochen etwas schmerzhaft sein. Die Beschwerden können durch symptomatische Behandlung (Antiphlogistika, z.B. Ibuprofen 600 mg) abgemildert werden.

Die behandelten Venenabschnitte können auch anschließend für längere Zeit zu sichtbaren Pigmentablagerungen in der Haut führen (Matting), welche sich im Laufe der Zeit komplett und von alleine zurückbilden. Dieser Abbau der Pigmenteinlagerung kann allerdings auch mehrere Monate dauern.

Im Anschluss an die Behandlung wird ein Kompressionsverband und Oberschenkelkompressionsstrümpfe (KKL II) angelegt. Die Oberschenkelkompressionsstrümpfe sollen zur Sicherung des Behandlungsergebnisses über einen Zeitraum von 3 Tagen (Tag und Nacht) getragen werden, im Anschluss sollte eine Kompression tagsüber noch für 6 Wochen fortgesetzt werden.